Obersteirische Rundschau, 4./5. Juni 2020, Ausgabe Leoben

Seite 23 4./5. Juni 2020 WERBUNG www.rundschau-medien.at GREEN TECHNOLOGY Mit Leobener Know-How in die Zukunft Leoben. Gemeinsammit einem internationalen Konsortium arbeitet das PCCL Leoben an einer Revolutionierung der Energieversorgung. Die Polymer Competence Center Leoben GmbH (PCCL) ist das führende österreichi- sche Zentrum für kooperative Forschung im Bereich Kunst- stofftechnik und Polymerwis- senschaften. Gemeinsam mit Unternehmen der Kunststoff- wirtschaft und Universitäten – darunter auch die Montanuni- versität Leoben – werden von den rund 100 hochqualifizier- ten MitarbeiterInnen F&E-Pro- jekte für innovative Kunststoff- lösungen in einem breiten Feld von Anwendungen von Auto- motive-, Luftfahrt- und Packa- ging- bis hin zu Solar- und Photovoltaikanwendungen be- arbeitet. Im Rahmen des COMET-Mo- duls „Polymers 4 Hydrogen“ soll derzeit ein neues zukunfts- trächtiges Forschungsgebiet erschlossen werden, das ei- nen signifikanten Beitrag zum Klimaschutz und zur Revolu- tionierung der Energieversor- gung leisten kann. Gemäß dem Pariser Klimaabkommen vom 12. Dezember 2015 sollen die globale Erwärmung gebremst und der CO 2 -Ausstoß bis 2050 um 80 bis 95 Prozent redu- ziert werden. Um diese Her- ausforderung langfristig lösen zu können, stellt aus heutiger Sicht nur der Umstieg unse- res – noch immer auf fossilen Brennstoffen basierenden – Energiesystems eine sinnvolle Alternative dar. Aufgrund der dreimal höheren Energiedich- te im Vergleich zu Erdöl bietet Wasserstoff als neue Energie- quelle eine vielversprechende Perspektive. Das COMET-Mo- dul „Polymers 4 Hydrogen“ verfolgt dieses langfristige Ziel mit dem Design von Po- lymerwerkstoffen und Dich- tungslösungen für den Einsatz unter hohem Druck. Extreme Einsatzbedingungen (-40°C, > 700 bar) stellen die Techno- logie von Polymer-Werkstoffen vor zahlreiche Herausforde- rungen, die von der Perme- ation des Wasserstoffes durch Verbundwerkstoffe bis hin zur explosiven Dekompression von elastischen Polymerwerk- stoffen reichen. In vielen Be- reichen fehlt derzeit noch das wissenschaftliche Fundament, um zukunftsträchtige Anwen- dungen der Wasserstofftech- nologie realisieren zu können. Um dieses Fundament zu schaffen, nimmt „Polymers 4 Hydrogen“ mit einem inter- disziplinären Ansatz entlang der Wertschöpfungskette von der Polymerchemie über die Polymerverarbeitung bis zur Charakterisierung und Simu- lation des komplexen Materi- alverhaltens eine Vorreiterrolle ein – nicht nur in Österreich, sondern europaweit. Unter Beteiligung von interna- tionalen Spitzenuniversitäten wie der Technical University Munich, der Tampere Universi- ty of Technology und dem Po- litecnico di Milano wurde ein interdisziplinäres Konsortium mit fünf wissenschaftlichen und fünf Unternehmenspart- nern gebildet. Erklärte Ziele des Konsortiums sind die Ein- nahme einer Führungsposition hinsichtlich des fundamenta- len Verständnisses des Verhal- tens von Polymerwerkstoffen unter extremen Einsatzbedin- gungen und das Vorantreiben alternativer Energiekonzepte für die Zukunft. „Polymers 4 Hydrogen“ verfolgt innovati- ve Technologien, darunter das Design neuer Materialien, um die Sperrwirkung gegenüber kleinen Gasmolekülen wie Wasserstoff zu erhöhen und dadurch die Permeation zu ver- ringern, neue Wickelkonzepte für Liner-lose Hochdruckspei- chersysteme mit wiederver- wertbarem Kern, die Messung der Permeationseigenschaften mit einer neu entwickelten Permeationsmesszelle, die Im- plementierung neuer Simula- tionsstrategien im Bereich der Computational Fluid Dyna- mics und die Bestimmung der Eigenschaften von Polymeren unter extremen Druckverhält- nissen. Die Forschungsergebnisse von „Polymers 4 Hydrogen“ sollen zu einem späteren Zeitpunkt wirtschaftlich umgesetzt wer- den und betreffen zukünfti- ge Anwendungsgebiete der Wasserstofftechnologie. Dazu zählen Personenkraftwagen mit einer Reichweite von 500 bis 700 Kilometern bei einem Tankzyklus von nur drei bis fünf Minuten, öffentliche Ver- kehrsmittel ohne Emissionen und Lärmbelästigungen, hoch belastete Nutzfahrzeuge mit einer signifikanten Reduktion der Standzeiten im Vergleich zu batteriebetriebenen Fahr- zeugen, Schienenfahrzeuge als Ersatz für dieselbetriebene Züge und ohne Elektrifizierung durch Oberleitungen, Strom- und Wärmeerzeugung aus er- neuerbaren Energien sowie unterschiedliche industrielle Anwendungen, etwa der Ersatz von fossilen Energieträgern im Bereich der Stahlerzeugung. Rund 100 hochqualifizierte MitarbeiterInnen forschen im PCCL an innova- tiven Kunststoff- lösungen für ein breites Feld von Anwendungen. Foto: PCCL Roseggerstraße 12, 8700 Leoben Tel. 03842/429620 www.pccl.at

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