Obersteirische Rundschau, 15. / 16. November 2023, Ausgabe Bruck an der Mur

Seite 3 15./16. November 2023 LOKALES www.rundschau-medien.at Eine Hofübergabe Leoben. Im Beisein der Landesrätin Simone Schmiedtbauer, des Landwirtschaftskammerpräsidenten Franz Titschenbacher und weiterer Ehrengäste fand dieser Tage in Leoben der steirische Landesjungbauernrat samt Vorstandswahl statt. Neuer Obmann ist der Oststeirer Bernd Brodtrager, Richard Judmaier aus Trofaiach wurde als Vorstandsmitglied bestätigt. Der neugewählte Vorstand der steirischen Jungbauern im Kreise der Ehrengäste und Gratulanten. Foto: Jungbauern Stmk. treme Tierquäler dargestellt worden.“ Ungereimtheiten. Bei Gericht stellten sich schließlich einige Ungereimtheiten im Vorgehen der Behörde heraus. Die vermeintlich zu kleinen Zwinger wurden falsch vermessen, die eigentlich erforderliche tierärztliche Untersuchung unter Kuhns Haltung hatte nie stattgefunden, und die Kontrollen des Grundstücks waren nicht rechtens durchgeführt worden. Es wurden fälschliche Annahmen über die Tiere getroffen, etwa, dass diese noch nie einen Schlitten gesehen hätten. „Der Zustand der Hunde im Tierheim, verursacht durch die dortige Haltung und Fütterung, wurde in der Darstellung der Behörde auch uns angerechnet“, sagt Kuhn. Neun von zwölf. Letztendlich habe das Gericht angeordnet, dass die Zustände wie vor der Abnahme wiederhergestellt werden müssten. Heute, fünf Monate später, leben neun der abgenommenen Hunde wieder bei Christoph Kuhn und seiner Lebensgefährtin. Drei Hunde jedoch wurden aus dem Grazer Tierheim an Familien als Haushunde vermittelt. Mit diesen Familien Kontakt aufzunehmen, ist dem Turnauer nicht möglich, aus Datenschutzgründen gibt das Tierheim die Adressen nicht bekannt. „Ich hätte nie gedacht, dass so etwas schreckliches passieren könnte“, sagt Kuhn, „wir werden nicht aufgeben, bis die letzten drei Hunde zurück sind, sie müssen wieder her.“ „Starke Bindung.“ Nordische Schlittenhunde hält Kuhn seit rund 30 Jahren. „Ich mache das nur, weil das Klima bei uns für die Tiere passend ist und hier genügend Platz zum Schlittenfahren ist“, erzählt er. Er habe eine starke Bindung zum Rudel, schliefe manchmal sogar draußen im Freien bei den Tieren. Anders als die Siberian Huskys, welche heutzutage als Modehunde gelten, seien die weniger bekannten Alaskan Malamutes und Grönlandhunde stark von Rudelhaltung abhängig, sehr robust und erforderten eigene Fütterung sowie viel Zuwendung. „Sie sind SchlittenhunIvanna Antos und Christoph Kuhn bei der Rückkehr eines Teils der Hunde im heurigen Juli. Das Bild links zeigt das halbe Rudel als Gespann bei einer Ausfahrt auf dem Seeberg. Fotos: Privat de, Arbeitstiere, sie brauchen eine Aufgabe“, sagt der Halter. Zusätzlich zur Rudelhaltung sei aufgrund des starken Fellwechsels ein kühleres Klima wichtig. Das sagt die Behörde. Die Obersteirische Rundschau hat bei der BH Bruck-Mürzzuschlag um eine Stellungnahme zu diesem außergewöhnlichen Fall angefragt. „Ich bitte um Verständnis dafür, dass ich auf Details nicht eingehen kann“, sagt Bezirkshauptmann Bernhard Preiner, „aber grundsätzlich soviel: Das Landesverwaltungsgericht als nächste Instanz hat die Angelegenheit anders gesehen, und selbstverständlich wurde dementsprechend gehandelt“, so der Behördenchef. Bianca Klein

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