Obersteirische Rundschau, 21./22. September 2022, Ausgabe Leoben

Seite 32 21./22. September 2022 WERBUNG www.rundschau-medien.at HEIM – HAUS – GARTEN Sanierungen: Die neuen Förderschienen ab Jänner 2023 „Kleine Sanierung“ und „Umfassende energetische Sanierung“ beziehen sich gezielt auf Einfamilienhäuser und Doppelhaushälften Kleine Sanierung Die Förderung in Höhe eines einmaligen nicht rückzahlbaren Beitrags in der Höhe von 15 Prozent der förderbaren Kosten (siehe unten) kann für eine Vielzahl an Einzelmaßnahmen gewährt werden, beispielsweise die Verbesserung der thermischen Qualität von Außenbauteilen, energierelevante Maßnahmen an der Haustechnik, Sicherheitsmaßnahmen und zahlreiche weitere Instandhaltungs- oder Instandsetzungsmaßnahmen. Die förderbaren Kosten betragen für Einfamilienhäuser und Doppelhaushälften maximal 80.000 bis 100.000 Euro (aufs ganze Gebäude bezogen und abhängig von den Ökopunkten), für Wohnungen in Gebäuden mit drei oder mehr Wohneinheiten 30.000 bis 50.000 Euro (ebenfalls abhängig von den Ökopunkten). Kann alle drei Jahre beantragt werden, Online-Einreichung ist möglich. Umfassende energetische Sanierung Kann gewährt werden für die thermische Sanierung der Gebäudehülle und/ oder die Verbesserung der energierelevanten Haustechnik unter Nutzung alternativer Energieformen. Es müssen mindestens drei Teile der Gebäudehülle und/oder der Haustechnik zeitlich zusammenhängend hergestellt oder erneuert werden. Die förderbaren Kosten sind gleich hoch wie bei der kleinen Sanierung, der einmalige nicht rückzahlbare Förderbetrag liegt jedoch bei 30 Prozent. Die Förderung kann zwei Mal innerhalb von 20 Jahren beantragt werden, zwischen zwei Ansuchen müssen mindestens fünf Jahre liegen, Online-Einreichung möglich. Umfassende Sanierung Für Gebäude mit mindestens drei Wohneinheiten, wenn die Sanierung weit über die notwendige Erhaltung hinausgeht. Drei mögliche Fördervarianten: Annuitätenzuschuss in Höhe von 45 Prozent der förderbaren Kosten auf 15 Jahre, nicht rückzahlbarer Förderbeitrag in Höhe von 30 Prozent auf 15 Jahre oder Landesdarlehen auf 28 Jahre mit 0,5 Prozent Fixverzinsung. Die förderbaren Kosten werden von 1515 auf 1760 Euro pro Quadratmeter angehoben, der Mietzins darf maximal zwei Drittel des Richtwerts betragen. Neu ist zudem, dass auch Gemeinden Annuitätenzuschüsse beantragen können. Assanierung Für das weitgehende Ersetzen eines bestehenden Gebäudes, Neubauanteil muss größer sein als 50 Prozent der bisherigen Nutzfläche. Annuitätenzuschuss in Höhe von 30 Prozent der förderbaren Kosten auf 15 Jahre oder 20 Prozent Förderbeitrag auf 15 Jahre. Förderbare Kosten maximal 70.000 Euro pro Wohnung, der Mietzins darf höchstens zwei Drittel des Richtwerts betragen. Barrierefreies Wohnen Zusammenziehung der bisherigen Förderschienen „barrierefreie altengerechte Wohnverhältnisse“ und „Sanierungsmaßnahmen für Menschen mit Behinderung“. Einmaliger Förderbeitrag in Höhe von 30 Prozent, die förderbaren Kosten betragen 30.000 Euro (erhöhter Fördersatz 50.000 Euro) pro Wohneinheit. Ohne Gewähr, Quelle: Land Steiermark Das Land dreht an der Förderschraube Hannes Schwarz, Johann Seitinger und Michael Sebanz (v. li.) bei der Präsentation der neuen steirischen Sanierungsförderung. Foto: Binder Auch Verbesserungen der Haustechnik, sofern energierelevant, können gefördert werden. Foto: AdobeStock Steiermark. Für Sanierungen, ob an Einfamilienhäusern oder im Siedlungsbau, gibt es ab kommendem Jahr höhere und flexibler abrufbare Zuschüsse. Das Land Steiermark reformiert die Sanierungsförderung und hebt die entsprechenden Mittel deutlich an. „Es geht uns dabei um den Klimaschutz, um eine Reaktion auf die Kostensteigerungen und ganz allgemein um ein einfaches, interessantes und wirksames Modell“, sagte Landesrat Johann Seitinger bei der Vorstellung der neuen Förderungskulisse. Gemeinsam mit dem Klubobmann der steirischen SPÖ Hannes Schwarz und dem Fachabteilungsleiter Michael Sebanz gab der ÖVP-Landesrat einen Ausblick auf die Änderungen, die im Jänner 2023 in Kraft treten (siehe Infokasten, alle Details online auf auf www.sanieren.steiermark.at). Ortskernstärkung. Sowohl private Häuslbauer bzw. -sanierer als auch gewerbliche Vermieter wie etwa Genossenschaften können künftig mit kräftigerer Unterstützung rechnen, wobei diese im Falle von Mietwohnungen per Zinsdeckelung quasi an die Mieter weitergereicht werden muss. Die Förderung umfassender Sanierungen wird künftig auch für Gemeindewohnungen möglich sein. „Wohnen soll noch leistbarer und klimafreundlicher werden, mit der neuen Sanierungsförderung können wir einen Anstoß dazu geben“, sagte Klubobmann Schwarz. Er und Seitinger sehen in der Reform auch einen potenziellen Impuls zur Stärkung von Ortskernen, da die Belebung oder das Ersetzen alter Bausubstanz attraktiver werde. Derzeit 29 Mille. Aktuell fließen aus dem operativen Wohnbaubudget jährlich rund 29 Millionen Euro in Sanierungen, dieser Betrag wird durch die Reform deutlich steigen. „Ein Dankeschön geht an LH-Stellvertreter Anton Lang, der es in seiner Funktion als Finanzreferent ermöglicht, dass wir diesen finanziellen Brocken stemmen können“, sagte Seitinger. Wie schwer dieser Brocken konkret wiegen wird, wollte er bei der Präsentation noch nicht präzisieren und sagte: „Wir bleiben dabei, dass der Finanzreferent die Budgetzahlen bekanntgibt, dem möchte ich nicht vorgreifen.“ Die Förderschiene „Umfassende Sanierung“ wird für Gemeindewohnungen zugänglich. Foto: AdobeStock

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