Obersteirische Rundschau, 21./22. September 2022, Ausgabe Leoben

Seite 2 21./22. September 2022 LOKALES www.rundschau-medien.at Eisenerz. Auf dem Erzberg werden Schutzbauten gegen Felssturz, Muren und Lawinen imMaßstab 1:1 getestet. Das Zentrum für Naturgefahrenmanagement, kurz Nagema, wurde mit einer Spatenstichfeier auf dem Erzberg offiziell aus der Taufe gehoben. Auf der weltweit einzigartigen Anlage kann der Einschlag großer Massen in Schutzzäune im Maßstab 1:1 simuliert und analysiert werden. Daraus lässt sich ableiten, wie groß dimensioniert undwie stark verankert Schutzbauten für die am jeweiligen Standort zu erwartenden Belastungen sein müssen. Betrieben wird das Zentrum von der Firma Trumer Schutzbauten mit Hauptsitz in Oberndorf bei Salzburg, wissenschaftliche Partner sind der Lehrstuhl für Bergbaukunde, Bergtechnik und Bergwirtschaft der Montanuniversität Leoben und das Institut für alpine Naturgefahren der Universität für BodenkulturWien. Wertvolle Daten. Trumer baut keine festen Barrieren, sondern Maschengeflechte aus verzinkten Drahtseilen, die sich beim Aufprall von Felsen oder bei Druck durch Geröll, Muren oder Lawinen verformen und Ein Mitarbeiter der Firma Trumer mit einem im Realeinsatz erfolgreichen Fanggitter. Die Kräfte, die auf eine solche Konstruktion wirken, lassen sich auf der Anlage am Erzberg im Maßstab 1:1 abbilden. Fotos: Trumer dadurch hohe Energien absorbieren. Ein durchaus spektakulräres Referenzprojekt in der Region ist der neue Verbau an der Felswand „Steinerne Jungfrau“ an der Landesstraße L127 in Radmer. „Die Daten, die wir aus den Versuchen hier auf dem Erzberg gewinnen, liefern wertvolle Erkenntnisse für eine Verbesserung des Naturgefahrenmanagements in zahlreiSicherheitshalber mit großen Die Bergmusikkapelle Eisenerz spielte zum Festakt auf. Foto: KD 16 Das ist los! Veranstaltungs- übersicht für die Region. 38 Kleinanzeigen, Impressum auf Seite 40. 55 S ervice in der Rundschau, Standesmeldungen ab 54. 34 R. Greitbauer: Elektro- technik im Wandel der Zeit. Diesmal in der Rundschau 36 Gesehen und gefahren: Der neue VW ID.5 im Test. 45 Teilnehmerrekord beim LE-Laufevent in Leoben. Fotos: Greitbauer, PA, KK Schutzgeld Ja, es ist eine recht launige Überschrift, die der nebenstehende Beitrag trägt. Das bisschen Augenzwinkern in der Formulierung soll aber nicht hinwegtäuschen über die Bedeutung des Themas, dem sich das Naturgefahren-Versuchszentrum auf dem Erzberg widmet. So etwas wie eine Garantie gegen Naturgefahren kann es freilich nicht geben. Was trotzdem geht: Risiken soweit einzudämmen, dass nach menschlichem Ermessen bestmöglicher Schutz für Häuser, Betriebe, Straßen, vor allem aber für Gesundheit und Leben besteht. Schutzbauten kosten Geld, und zwar so richtig. Der Trend der vergangenen Jahre deutet darauf hin, dass wir in näherer Zukunft eher mehr als weniger davon brauchen werden. Da ist es nur angemessen und vernünftig, die physikalischen Parameter rund um Steinschlag & Co. noch genauer zu erfassen, sie einerseits mit wissenschaftlichen Partnern zu teilen und andererseits zur Basis der Produktentwicklung zu machen. Wenn wir schon teuer kaufen, dann soll es auch passen. Und sofern der Einsatz auf dem Berg tatsächlich dazu beiträgt, unser Schutzgeld an Mutter Natur zielführend einzusetzen, ist er jeden Cent wert. Der Autor. Karl Doppelhofer karl.doppelhofer@rundschau-medien.at Kommentar

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