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Seite 14

3./4. Mai 2018

LOKALES

www.rundschau-medien.at

Am 1. Mai 1890 notiert Roseg-

ger im Tagebuch eine 5.000

Menschen starke Arbeiterver-

sammlung in Kaltenbrunn, wo

die Teilnahme des bekannten

Dichters gehuldigt worden

ist. In einer Buchbesprechung

zum Thema „Die Not des vier-

ten Standes“ meinte Rosegger

1895 öffentlich, dass Arbeiter

„sehr wohl das Recht haben,

soziale Gerechtigkeit zu erlan-

gen.“ Der Mai-Kundgebung im

Jahre 1898 erteilte die Grazer

Stadtregierung ein Verbot. Ro-

seggers Kritik blieb nicht aus.

Er machte aufmerksam, dass

Demonstrationen nicht durch

Verbote zu verhindern seien,

sondern vielmehr dadurch,

dass man sich mit ihren Zielen

identifiziere und ihnen vorab

Wind aus den Segeln nehme.

„Wir werden uns daran gewöh-

nen müssen, die Arbeiter als

das zu nehmen, was sie sind,

als die Unseren. Nach kurzen

Jahren werden wir es selbstver-

ständlich finden, dass sie mit

uns die gleichen politischen

Rechte haben, dass sie dieselbe

Wohlhabenheit und Bildung

anstreben, dass sie dieselbe ge-

sellschaftliche Achtung genie-

ßen wie Bürger untereinander

überhaupt.“

Der Monat Mai kennzeichnet

im Jahr 1873 Roseggers kirch-

liche Trauung mit Anna Pichler

in der Wallfahrtskirche Maria-

grün. Außerdem wurde im Mai

1891 zu Roseggers Ehren die

vom Bildhauer Hans Brand-

stetter geschaffene Skulptur

„DieWaldlilie“ imGrazer Stadt-

park aufgestellt. 1964 abgetra-

gen, ist sie seit 1970 wieder im

Stadtpark zu besichtigen.

18

Eine Serie von Franz Preitler

Plakative Botschaften

Bruck.

Die SPÖ Obersteiermark

Ost veranstaltete im Vorfeld

des Tages der Arbeit eine soge-

nannte lebende Plakatstraße in

Bruck. Dies war ein Teil einer

landesweiten Kampagne der

Sozialdemokraten, die mit den

traditionellen

Maiveranstal-

tungen abgeschlossen wurde.

Ein Teil der „lebenden Plakatstraße“

der SPÖ in Bruck.

Foto: SPÖ

Bruck, Langenwang.

Franz

Preitler hob in Bruck sein

Rosegger-Buch aus der Taufe.

Wir verlosen drei Exemplare.

Besondere Preise warten

auch bei der kommenden

Präsentation in Langenwang.

„Was die Waldheimat erzählt“,

lautet der Titel des jüngsten

Buches des aus Langenwang

stammenden Autors Franz

Preitler. Und natürlich erzählt

sie viel von demjenigen, der

den Begriff für diese Region

überhaupt erst erfunden und

geprägt hat, nämlich von Peter

Rosegger.

Preitler, der zum doppelten

Roseggerjubiläum zum 175.

Geburts- und 100. Todesjahr

des Dichters auch eine Serie

in der Obersteirischen Rund-

schau beisteuert (siehe links),

arbeitet sich in seinem Buch

nicht vordergründig an der

Biographie des Schriftstellers

ab. Vielmehr versucht er ein

atmosphärisches Gesamtbild

zu zeichnen und streut Legen-

den ein, die man sich schon in

Roseggers Kindertagen auf den

Alpler Höfen erzählt hat.

Freilich kommen Schilderun-

gen und Anekdoten aus Ro-

seggers Leben nicht zu kurz,

etwa jene Episode, in der er

in seinem Krieglacher Land-

haus einen Gast, dem er nicht

einmal recht ins Gesicht sah,

sehr unhöflich abfertigte und

den derart brüskierten Johann

Brahms damit auf Lebenszeit

vergrämte. Unter anderem die-

„Heute wäre er ein Blogger“

Gewinnfrage

Wir verlosen unter den richtigen

Einsendungen drei Exemplare des

Buches „Was die Waldheimat er-

zählt“. Die Frage:

In welchem Jahr

kam Peter Rosegger zur Welt?

Einsendungen* bis 8. Mai an:

Obersteirische Rundschau, Grazer

Straße 18, 8600 Bruck oder  

office@rundschau-medien.at

.

*Mit vollem Namen, Adresse &

Tel.Nr

.

se Geschichte erzählte Preitler

bei der ersten öffentlichen Prä-

sentation des neuen Buches in

der Buchhandlung Leykam in

Bruck.

„Die Faszination des jungen

Schriftstellers Rosegger lag für

die Leser damals sicher auch

darin, dass da plötzlich jemand

war, der über Alltägliches

schrieb“, sagt Franz Preitler:

„Wie das Leben auf den Höfen

organisiert ist, wie welche Ar-

beit verrichtet wird – diese Din-

Reinhold Rollinger von der Buchhandlung Leykam, Autor Franz Preitler und

Illustrator Martin Cremsner bei der Präsentation in Bruck.

Foto: KD

ge erfuhr man von ihm, der sie

ja selbst beobachtet und aufge-

schrieben hatte.Wenn man das

auf jemanden überträgt, der

nicht 1843, sondern 1983 ge-

boren wurde, dann würde ich

sagen, er wäre heute ein Blog-

ger.“

Für die Leserinnen und Leser

der Obersteirischen Rund-

schau hat Preitler drei signierte

Bücher zur Verlosung zur Ver-

fügung gestellt (Gewinnfrage

siehe Infokasten). Unter dem

Motto „Zwischen den Zeilen“

findet am Freitag, dem 4. Mai,

um 19 Uhr im Langenwanger

Siglhof eine weitere Präsenta-

tion statt, bei der speziell auch

die Bilder des Buches (Fotos

von Markus Haas-Rossegger,

Illustrationen

von

Martin

Cremsner) im Mittelpunkt ste-

hen. Unter den anwesenden

Gästen werden drei Bilder aus

dem Buch größerformatig auf

Leinwand verlost.